sputnic im Interview “vertical” über die KaiserWilhelmCenter-Aktion und über Kultur in Krefeld.
Das komplette Interview gibt es hier
und hier gibt es ein älteren beitrag der vertical über uns jetzt auch online.
Am 13.10.2009 aus der Serie “Werkschau” in der WZ
geschrieben von Christoph Elles
neben Provokation beherrschen die Sputnics auch leise Töne
Auf einmal sind sie berühmt, zumindest in Krefeld. Im Sommer hat die halbe Stadt über die Sputnics und ihre waghalsige Kunstaktion gesprochen: mittels professionell gestalteter Broschüren suchten sie als Investorengruppe Wostok Geldgeber für den Umbau des Museums in eine Einkaufsmeile. Als die Scharade vom Kaiser-Wilhelm-Center enttarnt wurde, war bereits viel Verwirrung entstanden, einige Politiker inklusive Oberbürgermeister hatten sich mit Dementi blamiert.
Im Museum spinnen Nils Voges, Malte Jehmlich und Nicolai Skopalik ihre sarkastische Vision mit neun Stunden Videobildern fort: Ein Wachmann dreht im Kaiser-Wilhelm-Center einsam seine Runden, legt weiße Linien aus und reißt sie wieder ab. Es ist die leise, subtile Seite der Sputnics, die hier sichtbar wird. “Wir sind froh, dass wir einen anderen Ton reinbringen können”, sagen die drei, die am liebsten als Kollektiv zitiert werden. “Auch wenn die Arbeit dem Betrachter viel mehr abverlangt”.
Beide Werke gemeinsam, die schrille Ironie-Attacke und die lakonischen Filmbilder – regen gerade durch ihre Gegensätzlichkeit zum Nachdenken an: “Im Idealfall setzen sich die Leute mit der Rolle des Museums und der Zukunft einer Stadt auseinander.”
(weiterlesen…)
Was für ein Auftakt. Mehrere Hundert Besucher kamen zur Eröffnung der Quer geschnitten Ausstellung. Der Oberbürgermeister stellte in seiner Rede nochmal klar, dass kein Einkaufszentrum aus dem Kaiser Wilhelm Museum würde und man bescheinigte unseren Arbeiten internationale Größenordnung.
Im arthellweg Verlag ist der lohnenswerte Ausstellungskatalog erschienen, nicht zuletzt wegen des hervorragenden Einführungstextes von Thomas Janzen.
Wir Danken an Dieser Stelle nocheinmal für die Unterstützung bei diesem Projekt:
Thorbjörn, Klaus Schmidt, Michael Zirlewagen, Jan Voges und Michael Seidel.
Dann fassen wir jetzt mal zusammen was Presse zu unseren Arbeiten KWC I und II
geschrieben, bzw gesendet hat. Wir vervollständigen diesen Artikel nach und nach und beginnen mit WDR5:
Auszug aus dem Beitrag: Quer geschnitten! Kunst aus Krefeld heute
Autorin: Christel Wester, Gesendet am 27.August
Download der Sendung von der WDR 5 seite: HIER
[...] “Möglich wurde die Ausstellung letztendlich durch eine höchst unglückliche Sitauation des Museums. Im Frühjahr 2008 hatte die Sammlerin Helga Lauffs ein riesen Werkkonvolut zurückverlangt, das
dem Museum für viele Jahrzehnte als Leihgabe zur Verfügung stand. Nun muss der Verbleibende Bestand neu geordet werden. Und nach langen Diskussionen wird auch das Haus endlich saniert.
Das Kulturpolitische Gezerre und Gezänk ums Geld hat die Künstlergruppe sutnic zu einer großartugen Satire inspiriert. Die Künstler gaben sich als investoren aus und starteten eine fiktive Werbekampagne in der ganzen Stadt: Das Kaiser Wilhelm Museum sollte in ein Shopping Center umgewandelt werden.
Eine Kamagne, die Unruhe stiftete, zumal die Kommunalwahlen vor der Tür stehen.
Nicolai Skopalik, einer der drei sputnics: “Es gibt letztendlich einige Probleme wo man die Verantwortung nicht der Politik zuschieben kann sondern eben auch den krefelder Bürgern, die diesen Schatz, den es hier ja gibt – es ist eine ungwahrscheinlich großartige Sammlung, scheinbar nicht wahrnehmen. Und diese ganze Diskussion wollten wir anregen und darauf aufmerksam machen.”Der Gruppe sputnic ist allerdings nicht nur eine subversive Aktion gelungen, sondern auch eine höchst sehenswerte Videoarbeit, die allein schon den Besuch lohnt. Auf kleinen Überwachungsmonitoren wagen sie den Blick in die Zukunft: Da hat das Shopping Center längst Konkurs gemacht und ein einsamer Wachmann beginnt mit Klebestreifen Ornamente durch das Haus zu ziehen.
Auf den Ruinen des Kapitalismus entsteht neue Kunst.”
Quer geschnitten! Kunst aus Krefeld heute
ISBN: 978-3-938966-17-4
Thomas Janzen
“[...]Es ist ein Schreckgespenst, das die Krefelder Künstlergruppe sputnic hier heraufbeschwört, vielleicht auch eine Mahnung. Gleichzeitig drückt sich in der Videoinstallation, die eigens für die Ausstellung im Kaiser Wilhelm Museum geschaffen wurde, ein Glaube an die Subversive Energie künstlerischen Handelns aus. [...]“